Hier stellen wir Ihnen verschiedene Szenarien – fiktive Fallbeispiele – vor. Diese stehen exemplarisch für unterschiedliche rechtsextremistisch, rassistisch oder antisemitisch motivierte Vorkommnisse und darauf abgestimmte Beratungs- und Interventionsmöglichkeiten. Die Szenarien sollen aufmerksam machen und helfen, krisenhafte Situationen entsprechend einzuschätzen; sie sollen aber auch verdeutlichen, wie eine Intervention und eine damit einhergehende Hilfe aussehen kann. Vor dem Hintergrund, dass es diverse Ansätze, Perspektiven und Verständnisse von Beratungsarbeit gibt, haben wir hier bewusst unterschiedliche Darstellungsweisen der Fälle gewählt.
Eine Kleinstadt, 18.000 Einwohner, Gewerbe, Verwaltung, ehemalige Kreisstadt in der DDR mit einem regionalen Problem: NS-Kameradschaften, NPD-Landtags-fraktion, Bürgerbüro, Vereinsleben, Sport, Wehrkunde, Familienhilfe, Hartz IV-Hilfen, Subkulturen...
weiter„Hallo, meine Tochter ist 17 Jahre alt und tendiert immer mehr zur rechten Szene. Das stellt sie auch offen dar. Durch Kleidung, ihren Freundeskreis und radikale Äußerungen. Wie soll ich vorgehen? Gespräche und Aufklärung nützen nichts.
Gruß Christiane Weber“
Ein Mann (42), verheiratet, ein Sohn (16), ruft bei der Mobilen Beratung an. Er wohnt mit seiner Familie in einem Dorf, in der Nähe einer kleinen Stadt. Dort steht am Rande eines Waldes ein Blockhaus. Junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren, Männer und Frauen gehen dort ein und aus. Immer das gleiche Bild: Autos, Glatzenmusik, Lagerfeuer. ...
weiterEine Anruferin. Ihr Sohn habe Angst, sagt sie, Todesangst. Er sei Nazi, einer aus der "Arischen Bruderschaft". Jetzt mit 26 Jahren wolle er aussteigen, nach 12 Jahren. Auch ihre anderen Kinder, ein weiterer Sohn und eine Tochter, gehörten dazu, erzählt die allein erziehende, arbeitslose Mutter. Sie sucht Hilfe und will, dass der Sohn das Nazitum hinter sich lässt, ...
weiterEin islamischer Verein plant den Bau einer Moschee. Die Baugenehmigung wird in einem Gebiet beantragt, in dem kaum Muslime leben und die wenigen Einwohner mit islamischem Hintergrund sich überwiegend als „nicht religiös“ definieren.
weiterAn einer Schule kommt es zu einer Schlägerei. Zwei Gruppen sind darin verwickelt, eine davon mit Migrationshintergrund. Die Befragung der beteiligten Schüler sowie weiterer Schüler /-innen durch den Klassenlehrer und die Schulleitung klärt weder den Anlass, noch den Hintergrund und Ablauf des Vorfalls.
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