Interkulturelles Lernen geht davon aus, dass Menschen unterschiedliche, sich verändernde Identitätsfacetten und verschiedene kulturelle Prägungen leben. So können verschiedene Prägungen gleichwertige und fließende kulturelle Identitäten erzeugen, z.B. beeinflusst durch die nationale, ethnische und/oder soziale Herkunft, Handicaps, Geschlecht, Religion oder die sexuelle Orientierung. Interkulturelles Lernen will Handwerkszeug für den Alltag, Kompetenzen zur gewaltfreien Konfliktlösung sowie Fähigkeiten zum gemeinschaftlichen Engagement vermitteln. Gleichzeitig bekämpft es Kulturalisierungen und fordert zur kritischen Reflektion der eigenen Person auf. Lernprozesse sollen dazu beitragen, hier Vorurteilsstrukturen abzubauen, sich sowohl mit vertrauten als auch unbekannten kulturellen Identitäten auseinanderzusetzen und damit andere Perspektiven kennen zu lernen.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Konzepte interkulturellen Lernens verändert. Die Entwicklung reicht von der sogenannten Ausländerpädagogik mit einem eher statischen Kultur- und Identitätsverständnis, über bi- und multinationale Begegnungen, bis hin zu aktuellen Ansätzen des interkulturellen Lernens bzw. Diversity-Ansätzen.
In der interkulturellen pädagogischen Arbeit sollen kulturelle Unterschiede und Verhaltensregeln erkannt, verstanden und hinterfragt werden.
Es gibt deshalb Einheiten zu Themen wie Sprache, Sprachcodes, non-verbale Kommunikation, Kleidung, Essen, Rituale, Musik, Konventionen. Gerade praktische Erlebnisse scheinen besonders nachhaltig zu wirken wenn Werte wie Toleranz, Respekt, Solidarität und Anerkennung vermittelt werden sollen. Aber nicht alle Erfahrungen können dabei positiv sein. Deshalb werden vor allem Missverständnisse, Konflikte und Kommunikationsprobleme als wichtige Bestandteile von Lernprozessen angesehen.
Handbuch
Die Autorin geht davon aus, dass es eine statische kulturelle Identität nicht geben kann, da sich sowohl Kulturen als auch Identitäten in Prozessen verändern. Sie fokussiert deshalb die pädagogische Praxis auf die vielfältigen Facetten, aus denen sich individuelle und kollektive kulturelle Identitäten zusammensetzen.
Pdf-Download
Die auf englisch und französisch publizierte Handreichung ist Bestandteil der Kampagne „alle anders – alle gleich“ der Europäischen Union gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz. Deshalb wurden Themen aus unterschiedlichen europäischen Ländern aufgenommen.
Training
Der pädagogische Ansatz dieses interkulturellen Trainings basiert auf der Theorie des kognitiven Verhaltenstrainings. Der Abbau von Fremdenfeindlichkeit, die Entwicklung und Weiterentwicklung von interkulturellen (Handlungs-)Kompetenzen und sozialen Kompetenzen von Jugendlichen und auch von Trainer/innen sind das Ziel.