Geschichte wird auf vielfältigen Wegen im gesellschaftlichen Gedächtnis weitergegeben, ob durch historische Dokumente, Medien oder mündliche Erzählungen in der Familie. Historisch politische Bildung vermittelt noch mehr. Es geht um die Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins, das hilft, sich selbst zeitlich in der Welt zu verorten und unsere Gegenwart besser zu verstehen.
Lernen aus und über die Geschichte nimmt Einfluss darauf, wie Zukunft gestaltet werden soll. Daher vermittelt historisch politische Bildung historisches Wissen und Zusammenhänge mit dem Ziel, Kontinuitäten und Brüche sowie die daraus erwachsenen gesellschaftlichen Anforderungen, Themen und Diskussionen für Gegenwart und Zukunft begreifbar zu machen. Insbesondere die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust in Deutschland nimmt hier eine zentrale Rolle ein. Inzwischen werden aber auch andere Themen wie etwa die deutsch-deutsche Geschichte oder die 68er aufgegriffen. Eine wichtige Aufgabe der historisch politischen Bildung ist heute die Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements gegen alle Formen antidemokratischer Strömungen und Haltungen, insbesondere gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Bürger aller Altersgruppen werden darin bestärkt, Verantwortung für ihre Gesellschaft und ihre Geschichte zu übernehmen.
Historisch politische Bildung findet an unterschiedlichen Orten wie Gedenkstätten, Schulen, in der Nachbarschaft statt. Sie verwendet dazu unterschiedliche Vermittlungsformate vom Geschichtsunterricht über Geschichtsinitiativen und -werkstätten, Zeitzeugen-Interviews, Theaterprojekten bis hin zu Aktivitäten im öffentlichen Raum.
Heftreihe
Das Fritz Bauer Institut beteiligt sich wegweisend an Diskussionen über neue Formen des historischen Lernens und der Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Die Herangehensweise ist interdisziplinär und verknüpft die pädagogische Arbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust mit Fragen der Moralerziehung, des Demokratielernens und der Vermittlung von Menschenrechten.
Handreichung
Die Handreichung hat einen medienpädagogischen Ansatz, der junge Menschen ermutigen will, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Deshalb enthält sie praktische Tipps für die inhaltliche und mediale Vorbereitung und Durchführung von Zeitzeugen-Gesprächen und deren technischer Bearbeitung.
Methodenbuch, DVD, Lesebuch
Das Handbuch möchte die gesellschaftliche Heterogenität und die verschiedenen Lebensrealitäten von Jugendlichen lebensnah vermitteln und den Jugendlichen darüber Zugänge zur Geschichte eröffnen.