Differenzierung als Strategie gegen die Wirren des Alltagsantisemitismus

Auf dem diesjährigen Fachtag am 31. Mai 2010 in der EJB Weimar ging es deshalb gerade um „alltägliche Erscheinungsformen des Antisemitismus“, die weniger offen, weniger kohärent und oft auch weniger radikal und ideologisch motiviert sind als die Erscheinungsformen in politisch und weltanschaulich klar positionierten Lagern. Diesen weniger expliziten Alltagsantisemitismen und „antisemitisierenden“ Äußerungen (Dan Diner) widmeten sich die über 100 Teilnehmer/-innen.

Der Fachtag vermittelte ein Verständnis dafür, welche Rolle die Einstellungen zu Juden, zu Israel und zum Antisemitismus in bestimmten sozialen Milieus und Altersgruppen spielen, mit welchen anderen gruppenbezogenen Vorurteilen sie verbunden sind, wie sie mit nationalen und religiösen Selbstbildern sowie mit politischen Anschauungen sowie den jeweiligen Alltagserfahrungen in der deutschen Gesellschaft zusammenhängen. Auf diese Weise wurde ein differenzierter Blick auf das „bewegliche Vorurteil“ des Antisemitismus eröffnet.

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Das Programm:

11 bis 11.30 Uhr
Prof. Dr. Werner Bergmann (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin)
Antisemitismus – eine ´neue Unübersichtlichkeit`
Abstract [PDF, 24 KB]

11.30 bis 12 Uhr
Barbara Schäuble (Universität Kassel)
Antisemitische Deutungsmuster unter Jugendlichen – Ergebnisse qualitativer Gruppeninterviews
Abstract [PDF, 21 KB]

13.30 bis 15 Uhr
Arbeitsgruppen

A
Günther Jikeli (TU Berlin), kommentiert von Ahmad Mansour
Einstellungen zu Juden und zum Staat Israel unter zugewanderten arabischen Jugendlichen
Abstract [PDF, 26 KB]

B
Michael Reichelt (TU Dresden), kommentiert von Angelika Ribler (Sportjugend Hessen, Frankfurt am Main)
Antisemitismus im Fußballstadion? – Sprachwissenschaftliche Analysen
Abstract [PDF, 27 KB]

C
Larissa Weber (Anne Frank Zentrum Berlin), kommentiert von Thomas Heppener (Anne Frank Zentrum Berlin)
Antisemitismus und jüdisches Leben. Herausforderungen für angemessene pädagogische Auseinandersetzung
Abstract [PDF, 33 KB]

D
Mirko Niehoff (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Berlin)
Pädagogische Konzepte in der Arbeit mit aktuellem Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft
Abstract [PDF, 22 KB]

15.30 bis 16 Uhr
Impulsreferat
Mirko Niehoff (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Berlin)
Antisemitismus und Formen pädagogischer Intervention
Abstract [PDF, 22 KB]

16 bis 16.45 Uhr
Podiumsdiskussion
Die ´neue Unübersichtlichkeit` des Antisemitismus und die Folgen für die pädagogische Praxis
Abstract [PDF, 21 KB]

Der Fachtag wurde von der Zentralstelle des Bundesprogramms „kompetent. für Demokratie“ gemeinsam mit der Regiestelle von „VIELFALT TUT GUT.“ und der EJB Weimar in Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung veranstaltet.

Eine Dokumentation des Fachtags ist in Vorbereitung.

Bildergalerie

Dokumentation des Fachtags 2009 „Beratung gegen Rechtsextremismus trifft auf Geschichte“

Die Zentralstelle des Bundesprogramms „kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“ veranstaltete erfolgreich am 23. Juni 2009 in der Alten Handelsbörse einen Fachtag zum Thema „Beratung gegen Rechtsextremismus trifft auf Geschichte“. Das Thema stieß bei den ca. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großes Interesse.

Wir bieten ihnen die Dokumentation hier zum download [PDF, 1,3 MB] an.

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Die Informationsplattform der Zentralstelle kompetent. für Demokratie in der Stiftung Demokratische Jugend wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus.

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