Das World Café (englisch: Weltcafé) orientiert sich an der informellen Atmosphäre von Kaffeehäusern. Eine größere Personengruppe kommt miteinander ins Gespräch und nutzt dadurch vorhandenes Wissen und Erfahrungen. So können Handlungsoptionen für komplexe Angelegenheiten entwickelt werden. Ein Thema kann z. B. lauten: „Wie kann den Rechtsextremen in der Gemeinde begegnet werden?“
Der Ablauf
In einem Raum sind Tische für vier bis sechs Personen aufgestellt und die Teilnehmenden suchen sich daran einen Platz. Alle erhalten je nach Themenstellung eine kurze inhaltliche Einführung. Dann beginnen die Gespräche. Während dieser Zeit notieren die Beteiligten ihre Gedanken auf die beschreibbare Tischdecke, ob in Worten, Bildern oder Symbolen. Ein Gastgeber an jedem Tisch sorgt für den roten Faden. Anschließend wechseln die Teilnehmenden den Standort, gehen an andere Tische und suchen sich neue Gesprächspartner. In weiteren Gesprächsrunden wird das Thema vertieft. Die Gastgeber formulieren jeweils den neuen Aspekt der Fragestellung. Die Tischdecken dienen dabei der Ergebnissicherung und werden z. B. als Ausstellung der Gesamtgruppe präsentiert.
Die Methode wird auch „Dialogrunden“ genannt.
Das Ziel
Entwickeln von Handlungsoptionen für komplexe Problemstellungen
Für wen?
Erwachsene
Methoden
wechselnde Kleingruppen innerhalb einer Großgruppe
Zeitbedarf
Vorbereitung: Thema festlegen, Zielgruppe bestimmen, Veranstaltung organisieren
Durchführung: Pro Gesprächsrunde ca. 20-30 Minuten, Gesamtdauer mind. 2 Stunden
Gruppengröße
12 bis mehrere Hundert Erwachsene
Personal
Veranstaltungsleitung, Gastgeber an den Tischen, je nach Gruppengröße weitere Helfer
Raumbedarf
1 großer Raum
Material
Tische mit Sitzgelegenheiten für 4-6 Personen, beschreibbare Papiertischdecken oder große Papierbögen, verschieden farbige Stifte, Stellwände, Materialien zum Befestigen der Tischdecken, Kaffee, Tee, Kuchen und/oder Kekse
Kosten
Eventuell Honorare für die Veranstaltungsleitung, Helfer; Material- und Verpflegungskosten; Raummiete
Hinweis
Gerade in Veranstaltungspausen wird bei einer Tasse Kaffee viel Wissen weitergegeben, werden Ideen entwickelt, Adressen ausgetauscht. Der Raum sollte deshalb tatsächlich Kaffeehausatmosphäre ausstrahlen.
Links
Kolenaty, Erich (Moderator und systemischer Berater).
http://www.transformation.at
krischanitz + noebauer organisationsberatung
http://www.krischanitz-noebauer.at
Literatur
Anbieter
Die Methode an sich ist einfach anzuwenden, die Veranstaltungsleitung sollte über Moderationserfahrung verfügen.
Ausbildungen finden im Rahmen von Weiterbildungen für Großgruppenverfahren statt, z. B.: Akademie Management und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung: Partizipationsverfahren. http://assets.fes-mup.de/pdf/mup08.pdf
Kontrast Verein für folgenreiche Fortbildung e. V. www.emagister.de