Die Senatorin für Arbeit,
Frauen, Gesundheit,
Jugend und Soziales
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Herr John Gerardu
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Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales
pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven
Bahnhofsplatz 29
28195 Bremen
www.pro-aktiv-gegen-rechts.bremen.de
pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven
Für Ratsuchende aus der Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Institutionen wurde bei der Senatorin für Arbeit, Frauen, Jugend, Gesundheit und Soziales mit „pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven“ ein zentrales und niedrigschwelliges Beratungsangebot eingerichtet. Bei Vorfällen mit rechtsextremem, fremdenfeindlichem oder antisemitischem Hintergrund können sich Bürgerinnen und Bürger an die beiden Mitarbeiter der Beratungsstelle wenden. Die Berater, die für diese Aufgabe entsendet sind von der Jugendbildungsstätte LidiceHaus in Bremen und dem Verein für Freizeitgestaltung Bremerhaven e. V., können in Abstimmung mit der Koordinierungsstelle multiprofessionelle Mobile Interventionsteams bilden, die Betroffene vor Ort beraten.
Hinter "pro aktiv gegen rechts" steht ein landesweites Beratungsnetzwerk mit Schlüsselpersonen aus Behörden, öffentlicher Sicherheit, Jugend- und Sozialarbeit, Schulen, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Den Kern des Beratungsnetzwerks bildet der Projektbeirat, ca. 40 weitere Institutionen, Initiativen und Netzwerke aus Bremen und Bremerhaven sind im erweiterten Netzwerk zusammengeschlossen.
Mitglieder des Beirats von "pro aktiv gegen rechts"
Der Konflikt schwelt schon lange in dem Jugendfreizeithaus in Bremen: Eine Clique Jugendlicher kapselt sich mehr und mehr ab. Rockmusik mit rechtsextremen Liedtexten und Parolen wie „Ausländer raus“ – das ist die Welt, in die sich die zwölf Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren zunehmend absetzen. Zuvor sind einige Mädchen aus der Clique von jugendlichen Migranten gewaltsam angegriffen worden.
Von dem Vorfall haben die Mitarbeiter des Jugendhauses allerdings nur am Rande mitbekommen, denn reden wollen die Jugendlichen nicht darüber. Eine schwierige Situation für die Betreuer: Wie können sie die Jugendlichen ermutigen, sich ihnen zu öffnen? Eine offene Auseinandersetzung – für Cornelius Peltz von „pro aktiv gegen rechts“ ist dies immer der erste Schritt, um sich einem Problem zu stellen, doch nicht in diesem Fall: „Statt gemeinsam mit den Anderen im Jugendclub nach einer Lösung zu suchen, haben sich die Jugendlichen abgeschottet und ihre eigenen Antworten gesucht – und gefunden.“
Warum fallen Jugendliche auf die rechten Sprüche herein?
An Cornelius Peltz und seine Kollegen von der Beratungsstelle wenden sich jetzt die Jugendarbeiter – mit einem dringenden Hilferuf. Denn unter den Jugendlichen hat sich die fremdenfeindliche Einstellung inzwischen verfestigt. Für Cornelius Peltz ein Warnsignal: „Solche Vorfälle kommen rechtsextremen Gruppierungen nur gelegen, um diese für ihre Zwecke auszunutzen."
Ziel von „pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven“ ist es, Gegenstrategien zu entwickeln, „damit wie in diesem Fall aus Opfern keine Täter werden“, erläutert Peltz.
Dieses Prinzip gilt auch für andere Probleme im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in der Hansestadt – ob die rechtsextreme Fußballfan-Kultur rund um das Weserstadion, Übergriffe gewaltbereiter Neonazis oder die Sorgen von Angehörigen rechtsextrem orientierter Personen. Das Spektrum der Beratungsarbeit in Bremen und Bremerhaven ist breit, die Wege kurz: „Die kleine Größe unseres Stadtstaats ermöglicht uns, die Situation schnell zu überblicken“, erläutert Cornelius Peltz, „Durch die Ansiedlung beim Bremer Senat für Soziales können wir auf zahlreiche Einrichtungen, Arbeitskreise, Expertinnen und Experten zurückgreifen, ob aus Kirche, Polizei, Justiz, Psychologie oder Wissenschaft.“ Eine große Hilfe sind die kurzen Wege auch im Fall des Jugendclubs: Aus dem 50-köpfigen Beratungsnetzwerk stellen jetzt zwei Experten aus der Jugendbildungsarbeit ein Mobiles Interventionsteam.
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ – eine Sackgasse
Die Fachleute gehen den Vorfällen im Jugendfreizeithaus auf den Grund: Was suchen und finden die Jugendlichen in der rechten Szene, was fehlt ihnen dagegen im Jugendclub? Wieso reagieren sie auf Konflikte derart radikal? Wie lässt sich gegensteuern – ohne erhobenen Zeigefinger? „An erster Stelle steht das Gespräch mit den Jugendlichen“, schildert Cornelius Peltz die Arbeit der Jugendarbeiter vor Ort. „Die jungen Leute wollen Ernst genommen werden." Nach und nach sollen sie lernen, sich mit ihrer Einstellung aktiv auseinanderzusetzen: „Unser Ziel ist, dass sie stark genug werden, andere Lösungswege zu finden als bloße Gewalt und rechte Parolen.“
Auch das Jugendhaus selber braucht Hilfe: „Bisher wussten sich die Mitarbeiter nicht anders zu helfen als die rechte Musik abzuschalten“, berichtet Cornelius Peltz, „Aber das Grundproblem löst sich so natürlich nicht.“ In Fortbildungen unter Leitung der Beratungsstelle lernen die Mitarbeiter, wie sie Provokationen und Gewalt zukünftig begegnen und aus dem Weg räumen.