Beratungsnetzwerke

In jedem Bundesland gibt es Expertinnen und Experten, die sich auf die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus spezialisiert haben. Sie arbeiten in staatlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen wie Jugendsozialarbeit, Polizei, Justiz, Psychologie, Wissenschaft, in Kirchen, in Ämtern und Ministerien. Um schnell und zielgerichtet in Problemsituationen eingreifen zu können, werden diese Kompetenzen in den Beratungsnetzwerken zusammengeführt und gebündelt.

Immer wenn es notwendig wird, stellt die Landeskoordinierungsstelle bzw. Erstkontaktstelle aus diesem Pool ein Mobiles Interventionsteam zusammen. Je nach Situation können dabei unterschiedliche Kenntnisse und Fähigkeiten abgefordert werden wie etwa

  • Erfahrungen in der Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen,
  • Krisen- und Konfliktmanagement,
  • Kenntnisse über rechtsextreme Strategien und Strukturen,
  • juristische Fachkenntnisse.


Ein Beispiel:

Auf dem Sommerfest einer kleinen Gemeinde kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Besuchern, nachdem eine Jugendliche den Hitlergruß gezeigt und fremdenfeindliche Parolen gegrölt hat. In den folgenden Gesprächen zwischen der Bürgermeisterin, der Polizei und örtlichen Jugendeinrichtungen wird deutlich, dass vergleichbare Vorfälle schon öfter stattgefunden haben. Die Bürgermeisterin wendet sich mit der Bitte um Beratung an die Koordinierungsstelle ihres Bundeslandes.

Ausgehend von der konkreten Problemstellung stellt die Landeskoordinierungsstelle gemeinsam mit dem landesweiten Beratungsnetzwerk ein Team zusammen mit einer Mitarbeiterin des Jugendamtes, einem Polizisten, einer Expertin für Rechtsextremismus und einem Jugendarbeiter, der Erfahrungen mit Verbandsstrukturen im ländlichen Raum hat. Nach einem ersten Gespräch mit den örtlichen Jugendvereinen und der Gemeindevertretung stellt sich heraus, dass die örtlichen Jugendarbeiter seit geraumer Zeit beobachten, wie sich rechtsextreme Einflüsse über Musik, Kleidung und fremdenfeindliche Äußerungen verankern. Die Behörden sind mit dieser Entwicklung bislang überfordert. Ein Workshop informiert über rechtsextreme Symbolik und trainiert die örtlichen Jugendarbeiter in Argumentationstechniken. Zusätzlich erarbeiten die Vereine einen Ehrenkodex, in dem sie die Werte Demokratie und Toleranz herausstellen. Spezielle Bildungsveranstaltungen in der Folgezeit sollen die jungen Menschen vor Ort nachhaltig immun machen gegen die dumpfen Parolen rechtsextremistischer Ideologen.

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Die Informationsplattform der Zentralstelle kompetent. für Demokratie in der Stiftung Demokratische Jugend wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus.

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